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Mit ESD Resin unkontrollierte statische Entladungen vermeiden

Geschrieben von Dominik Estermann | 29. Januar 2026 15:38:16 Z

Was genau ist ESD und warum kann es gefährlich sein?

Eine elektrostatischen Entladung ist der Ausgleich der elektrischen Ladung zwischen 2 Körpern mit unterschiedlichen Spannungspotenzialen. Dabei kann ein Stromimpuls oder sogar ein Funke entstehen. Dieses Phänomen hat nahezu jeder schon einmal erlebt. Es tritt auf, wenn man beispielsweise einen kleinen «Schlag» beim Türöffnen bekommt oder der Pullover aus synthetischem Stoff beim An- und Ausziehen «knistert». Derartige «kleine» Entladungen und sogar diejenigen, die unter unserer Wahrnehmungsschwelle liegen, können für z.B. für elektronische Bauelemente schädlich sein. Beispielsweise sind Schaltungen und Mikrochips besonders anfällig. Bereits 35 Volt können elektronische Bauelemente wie beispielsweise Halbleiter-Bausteine zerstören.

Somit ist die Vermeidung von ESD-Ereignissen in Produktionsstätten oder Logistikzentren von essenzieller Bedeutung, um Fehlfunktionen von Geräten mit Elektronik zu verhindern.

Werden keine entsprechenden Schutzmassnahmen gegen ESD getroffen oder bei der Elektronikfertigung keine ESD-ableitfähigen Materialien verwendet, kann das erhebliche Qualitätsprobleme am Produkt und damit auch schwere Folgen für Unternehmen haben: von einfachen Reklamationen über erhöhte Reparatur- und Austauschkosten bis hin zum Verlust des Kunden sowie der Reputation.

ESD-ableitende Materialien leiten Elektrizität nicht im klassischen Sinne weiter, sondern die Elektronen können über die Oberfläche des Materials abgeleitet werden, ohne dabei «einzudringen».

ESD-ableitende Materialien haben in der Regel auch eine antistatische Wirkung und weisen somit kleine Partikel wie Staub ab. Da Staub und andere Partikel dazu neigen, statische Elektrizität anzustauen, helfen ESD-ableitende Materialien auch im engeren Umfeld, ESD-Ereignisse zu vermeiden.

Wo kommen ESD-ableitfähige Materialien zum Einsatz?

Wie bereits kurz erwähnt, sind ESD-Ereignisse vor allem in der Elektronikindustrie gefährlich für elektronische Bauteile und somit das Elektro-Produkt. Da der Trend fortwährend zu kleineren Elektronikprodukten geht beziehungsweise immer mehr Elektronik auf kleinstem Raum verbaut wird, bleibt immer weniger Platz für Schutzladungen. Somit steigt die Sensibilität von Elektronikprodukten gegenüber ESD-Ereignissen stetig an.

Weiterhin sind ESD-ableitfähige Materialien in Umgebungen wichtig, wo keines Falls Funken und Feuer auftreten sollten (beispielsweise an Tankstellen), da es durch die elektrostatische Entladung zum Funkenflug kommen kann.

ESD Resin – ideal für Elektronikindustrie

Viele Jahre lang standen im Bereich der Zerspanung Metalle im Fokus zum Ableiten von ESD-Ereignissen. Dank des 3D-Druck rücken nun auch andere Materialien wie ESD Resin in den Vordergrund. Der 3D-Druck bietet für viele Anwendungen eine kostengünstige, flexible und schnelle Alternative im Bereich der Fertigung.

ESD Resin ist ein belastbares ESD-ableitfähiger Kunstharz, das dank seiner bemerkenswerten technischen Eigenschaften vor allem in der Luft- und Raumfahrt, Halbleiter- sowie Automobilindustrie und sonstigen Elektronik-Bereichen Anwendung findet. Es verringert das Risiko elektrostatischer Entladungen und damit Leistungsbeeinträchtigungen signifikant.

Ob Werkzeuge für die Elektronikfertigung, Behälter zur Aufbewahrung von Komponenten oder antistatische Prototypen sowie Endverbrauchsteile – ESD Resin ist ein echter Allrounder.

Es ermöglicht das schnelle Drucken ableitfähiger Teile, die dank antistatischer Wirkung Staub und Schutz fernhalten. Dieses Material ist die optimale Option in einem Photopolymer, um Ihre empfindliche Elektronik vor statischen Entladungen zu schützen. Zudem können Sie die Effizienz Ihrer Elektronikproduktion mit ESD Resin erhöhen. Seine besondere Schlagfestigkeit ermöglicht es, dass Bauteile aus diesem Kunstharz selbst groben Gegebenheiten einer Fertigungsstrasse standhält.

Die wichtigsten Eigenschaften von ESD Resin im Überblick:

  • sehr belastbar, ESD-geeignet
  • maximale Zugfestigkeit: 44,2 MPa
  • Oberflächenwiderstand: 105 –10 Ω
  • sehr zugfest und schlagzäh

Weitere technische Daten/Eigenschaften von ESD Resin können Sie gerne bei dem Experten-Team von Jellypipe anfragen.

Additives Fertigungsverfahren für ESD Resin

Als Kunstharz lässt sich ESD Resin am besten mit der Stereolithographie (SLA) bearbeiten. Der flüssige Kunststoff wird bei diesem Verfahren mit einem Laserstrahl (UV-Licht) bearbeitet. Dabei entsteht die gewünschte Form des Objekts durch das schrittweise Aushärten des Kunstharzes.

Das fertige Objekt wird anschliessend mittels UV-Licht in einer Belichtungskammer nachgehärtet.

Der SLA-3D-Druck ermöglicht die Herstellung sehr kleiner (und grosser), filigraner Bauteile und glatter Oberflächen. Dabei können Sie ein sehr hohes Mass an Genauigkeit und eine exakte Detailauflösung erwarten. Diese Art der Fertigung eignet sich vor allem für die Herstellung hochgradig individueller Objekte, wie bspw. Werkzeuge und Prototypen.

Genauere Informationen zu diesem additiven Fertigungsverfahren lesen Sie auf unserer Website.

Haben Sie Fragen zu ESD Resin, zur Fertigung von Bauteilen mit dem SLA-Verfahren oder generell zum 3D-Druck? Wir stehen Ihnen jederzeit gerne mit Rat und Tat zur Verfügung. Kommen Sie gerne auf uns zu!